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Kompositfüllung oder Keramikrestauration? Ein praxisnaher Vergleich in sieben Schritten

4 Min. Lesezeit
Von Yaprak Dent Expertenteam
Kompositfüllung oder Keramikrestauration? Ein praxisnaher Vergleich in sieben Schritten

Mit der wachsenden Materialvielfalt stellt sich immer häufiger die Frage: „Soll ich mich für eine Kompositfüllung oder eine Keramikrestauration entscheiden?“ Beide Optionen sind wissenschaftlich anerkannt und bewährt. Klinische Ausgangslage, ästhetische Ziele und wirtschaftliche Aspekte bestimmen jedoch, welches Konzept langfristig geeigneter ist. In diesem Artikel vergleicht das Yaprak-Dent-Team Komposite und Keramikinlays/-onlays in sieben Kategorien und bietet eine klare Entscheidungsgrundlage.

Patientin, die gemeinsam mit Yaprak Dent Komposit- und Keramikoptionen bespricht

1. Klinische Indikation und verbleibende Zahnsubstanz

Kompositfüllungen sind ideal für kleinere bis mittelgroße Defekte, für schmelzgestützte Kavitäten und für ästhetische Korrekturen im sichtbaren Bereich. Sie lassen sich minimalinvasiv gestalten und in einer Sitzung direkt legen. Keramikrestaurationen spielen ihre Stärke aus, wenn viel Zahnsubstanz fehlt: tiefgehende Karies, umfangreiche Frakturen, wiederkehrende Füllungsdefekte oder hohe Kaubelastungen durch Bruxismus. CAD/CAM-gefertigte Keramikinlays/-onlays ummanteln den Zahn und bieten zusätzliche Stabilisierung, insbesondere wenn Höcker überkuppelt werden müssen.

2. Farbwirkung und ästhetische Langlebigkeit

Moderne Nano-Hybrid-Komposite stehen in verschiedenen Opazitäten und Transluzenzen bereit, sodass Fluoreszenz und Tiefenwirkung natürlicher Zähne nachgebildet werden können. Da die Schichten chairside modelliert werden, lässt sich Mikroanatomie individuell formen. Keramik entsteht im Labor oder per Ofenbrand und übernimmt die optischen Eigenschaften glasbasierter Materialien. Ihre Glasur und Farbstabilität sind ein Pluspunkt für große Restaurationen innerhalb der Lachlinie, wo langfristige Ästhetik entscheidend ist.

3. Haltbarkeit und Abrasionsbeständigkeit

Obwohl Komposittechnologien stetig besser werden, können Harzanteile langfristig Mikroabrasion zeigen und bei starker Parafunktion am Rand absplittern. Keramiken – etwa Lithiumdisilikat, zirkonverstärkte Glaskeramik oder Hybridkeramik – weisen hohe Bruchfestigkeiten auf und behalten nach sorgfältiger Politur ihren Glanz über Jahre. Werden sie jedoch zu dünn gestaltet oder unkontrollierten Kräften ausgesetzt, besteht Frakturgefahr. Langlebigkeit hängt daher nicht nur vom Material, sondern auch von Design, Schichtstärke und okklusaler Feinabstimmung ab.

4. Behandlungsdauer und Terminanzahl

Direkte Komposite lassen sich in einem Termin fertigstellen: Präparation, Schichtaufbau, Lichthärtung und Politur erfolgen nacheinander. Klassische Keramikrestaurationen benötigen meist zwei Termine – zuerst Präparation und Abdruck, anschließend Einprobe und adhäsives Einsetzen der Laborarbeit. Dank der digitalen CAD/CAM-Infrastruktur von Yaprak Dent können ausgewählte Fälle auch als „Same-Day-Ceramic“ umgesetzt werden, vorausgesetzt Indikation und Präzisionsansprüche lassen es zu.

5. Kosten und Wert über die Zeit

Kompositversorgungen sind in der Regel günstiger, da sie ohne Laborphase auskommen und weniger Behandlungszeit beanspruchen. Keramik erfordert eine höhere Erstinvestition, punktet dafür mit Haltbarkeit und Stabilität, was spätere Reparaturen oder Neuanfertigungen reduzieren kann. Bei der Therapieplanung sollten daher nicht nur die aktuellen Kosten, sondern auch mögliche Folgebehandlungen der nächsten Jahre berücksichtigt werden.

6. Reparatur- und Revisionsmöglichkeiten

Ein Vorteil von Komposit: Kleine Abplatzungen lassen sich unkompliziert reparieren – Oberfläche anrauen, neues Material anmodellieren, fertig. Keramik ist weniger fehlertolerant; bei größeren Frakturen ist meist ein kompletter Austausch nötig, auch wenn Edge-Chipping gelegentlich poliert werden kann. Patient:innen mit Parafunktionen sollten eine individuell angepasste Knirscherschiene nutzen, um Keramikflächen zu schützen.

7. Patientenkomfort und Biokompatibilität

Komposit punktet mit kurzer Behandlungsdauer – praktisch für Menschen mit wenig Zeit. Voraussetzung ist jedoch, Polymerisationsschrumpfung und postoperativen Schmerz durch präzise Adhäsivtechnik zu minimieren. Keramik ist inert und sehr gewebefreundlich, verlangt aber bei der adhäsiven Befestigung absolute Trockenlegung, exakte Vorbehandlung und disziplinierte Arbeitsabläufe. In beiden Fällen beeinflussen Erfahrung des Behandlers und Qualität des Adhäsivsystems maßgeblich den Behandlungserfolg.

Leitfragen vor der Entscheidung

  1. Wie viel gesunde Zahnsubstanz ist noch vorhanden und braucht der Zahn zusätzliche Stabilität?
  2. Wie hoch sind meine ästhetischen Ansprüche und wo liegt der Zahn im Lächeln?
  3. Gibt es Gewohnheiten wie Knirschen, Reflux oder Mundtrockenheit, die die Restauration belasten könnten?
  4. Wie viel Zeit und Budget stehen für Behandlung und Nachsorge zur Verfügung?
  5. Bin ich bereit, konsequente Mundhygiene zu betreiben, um das Ergebnis langfristig zu sichern?

Im Gespräch mit der Zahnärztin/dem Zahnarzt werden diese Fragen individuell beantwortet. Klinische Untersuchung und Röntgendiagnostik ermöglichen anschließend eine maßgeschneiderte Empfehlung.

Therapieplanung bei Yaprak Dent – transparent und strukturiert

  1. Diagnostische Unterlagen: Intraoralscan, Röntgenbilder und Fotos analysieren den Ist-Zustand.
  2. Risikoprofil: Parodontalstatus, Kariesaktivität, Okklusion und Gewohnheiten werden bewertet.
  3. Optionen präsentieren: Vorteile und Nachteile von Komposit und Keramik werden erläutert, bei Bedarf mit Mock-ups veranschaulicht.
  4. Gemeinsame Entscheidung: Erwartungen, Budget und Pflegeaufwand werden abgestimmt, bevor die Wahl getroffen wird.
  5. Umsetzung & Recall: Protokoll durchführen, danach regelmäßige Kontrollen und Politurtermine einplanen.

So bleiben alle Schritte nachvollziehbar und Überraschungen werden vermieden.

Nachsorge: Das richtige Verhalten danach

  • Unabhängig vom Material harte Schalen oder sehr zähe Speisen nicht mit den Frontzähnen abbeißen.
  • Bei Knirschen oder Kontaktsportarten eine individuelle Schiene tragen.
  • Fluoridhaltige Zahnpasta, Zahnseide und Interdentalbürsten täglich anwenden.
  • Halbjährlich professionelle Politur und Kontrolle vereinbaren.
  • Säurehaltige Getränke mit einem Trinkhalm konsumieren, um Zahnschmelz zu schonen.

Welche Option passt zu Ihnen?

Wer eine kostengünstige Lösung mit kurzer Behandlungszeit und überschaubarem Defekt sucht, fährt mit Komposit häufig gut. Bei größeren Substanzverlusten und dem Wunsch nach maximaler Langlebigkeit und Farbstabilität bietet Keramik Vorteile. Hybride Konzepte – etwa Kompositveneers im Frontzahnbereich kombiniert mit Keramikonlays auf stark belasteten Molaren – sind ebenfalls möglich.

Das Team von Yaprak Dent betrachtet Ihre Mundgesundheit ganzheitlich und arbeitet bei Bedarf mit Parodontologie, Kieferorthopädie und Prothetik zusammen. Wenn Sie noch unsicher sind, vereinbaren Sie eine Beratung: Wir erstellen ein persönliches Konzept, das alle Optionen transparent gegenüberstellt.